Moderne Inquisition

April 17, 2016 in Gesellschaftskritik

Als langjähriger Okkultist, welcher sich seit ungefähr zwei Jahrzenten in einer Szene bewegt, die von gewissen Kreisen gerne in Ungnade gebracht wird, ist mir durchaus bewusst, wie manipulativ und verlogen öffentliche Institutionen und Medien agieren können, was da momentan jedoch mit einigen Rockergruppierungen in Deutschland passiert, schlägt dem Fass wirklich den Boden aus.

Da initiieren gewisse Behörden ganz offiziell eine Hetzjagd, nachzulesen in einem vertraulichen Strategiepapier der Polizei vom 07. Oktober 2010, welches glücklicherweise seinen Weg ans Tageslicht fand, in dem detailliert beschrieben wird, wie man diese unliebsamen Organisationen und ihre Mitglieder in die Knie zwingen soll. Es geht dabei nicht mehr nur um die Aufklärung von Straftaten, sondern ganz klar um eine angestrebte Zerstörung gewisser Gruppierungen, in dem man sich sämtliche zur Verfügung stehenden Mittel zunutze macht. So bemüht man völlig unabhängig von allfälligen Vergehen, irgendwelche Ämter um gewisse Personenkreise zu schikanieren, schädigt man legale Geschäftsbereiche, in dem man beispielsweise Partnerfirmen mit Ammenmärchen vor einer Zusammenarbeit warnt und instrumentalisiert die Medien, um mit gebetsartig vorgetragenen Vorwürfen die Angst der Bürger zu schüren. Egal um was es geht und ganz unabhängig davon, dass die Hells Angels in den USA noch nie als kriminelle Organisation verurteilt wurden, obwohl man etliche Verfahren anstrengte, und solche Nachweise in Europa auch meistens im Sande verlaufen, darf in keinem noch so unbedeutenden Medienartikel der Hinweis fehlen, dass zum Beispiel die Hells Angels ihr Geld mit Drogen-, Waffen- und Frauenhandel verdienen.

Natürlich gibt es bei den Rockern, die halt nun einmal freiheitsliebend sind und sich – meiner Ansicht nach aus gutem Grund – nicht auf den Staat verlassen, sicher einige Personen und wohl auch Charter/Chapter, welche sich arg im Graubereich bewegen und Straftaten begehen, aber nur weil es vereinzelt schwarze Schafe darunter gibt, kann man doch nicht gleich alle über den selben Kamm scheren und eine Sippenhaftung aussprechen. Der überwiegende Teil ihrer Mitglieder verdient sich ihr Geld sicher auf legale Weise und sind über gewisse Auswüchse in ihren Vereinigungen ebenfalls nicht erfreut, müssen ihren Kopf jedoch trotzdem hinhalten, was mich an die Hexenverfolgung und gewisse Vorgänge im dritten Reich erinnert. Auf jeden Fall finde ich es sehr komisch, wenn selbst die kleinsten Veranstaltungen dieser Vereine, immer schön medienwirksam inszeniert, von Hundertschaften der Polizei kontrolliert werden und doch nie viel mehr zum Vorschein kommt, als einige meist relativ harmlose Gegenstände (wie zum Beispiel Sackmesser und Schraubenzieher, welche dann zu Waffenfunden hochstilisiert werden) und verschwindend geringe Mengen an Drogen (beispielsweise die Zutat für zwei, drei Joints). Wird dies dann wie üblich auch noch als grosser Erfolg gegen die organisierte Kriminalität gefeiert, selbst wenn die Ausbeute bei der Geburtstagsparty eines Teenies wohl nicht wesentlich geringer ausfallen dürfte, mutet dies schon sehr grotesk an. Wirklich bedeutende Funde, welche diese kostspieligen Massnahmen rechtfertigen würden, sind mir aus Deutschland und der Schweiz auf jeden Fall nicht bekannt, was bei mir durchaus die Frage aufwirft, um was es da eigentlich geht? Für mich steht auf jeden Fall fest: “Wenn man Personen nicht mehr wegen ihren begangenen Straftaten, sondern wegen ihrer Lebenseinstellung verfolgt, stinkt es im Staate gewaltig!”

Wer gerne Antworten auf die Fragen nach dem Sinn dieses Kesseltreibens möchte, dem empfehle ich hiermit folgendes Buch, welches die Vorkommnisse in Deutschland einmal aus einer neutralen Warte betrachtet und gewisse gesellschaftliche, inquisitorische Betrachtungen arg relativiert:

»Jagd auf die Rocker: Die Kriminalisierung von Motorradclubs durch Staat und Medien in Deutschland» von Lutz Schelhorn, Ulrike Heitmüller und Kuno Kruse.

V0041892 An auto-da-fé of the Spanish Inquisition and the execution o Credit: Wellcome Library, London. Wellcome Images images@wellcome.ac.uk http://wellcomeimages.org An auto-da-fé of the Spanish Inquisition and the execution of sentences by burning heretics on the stake in a market place. Wood engraving by Bocort after H.D. Linton. By: Henry Duff LintonPublished: - Copyrighted work available under Creative Commons Attribution only licence CC BY 4.0 http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Edit: Hier noch die aktuelle Einschätzung eines Kriminologen zum Thema: “Uns droht kein Rockerkrieg”.

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