Fall in den Abyssos 333

Januar 9, 2020 in Sklaventagebuch

Bin mir noch nicht ganz sicher, aber ich glaube, dass mir das Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxis, also Sagittarius A*, die Möglichkeit eröffnet hat, den Abyssos zu durchreisen. Da die Dame exakt am 01.01.2020[1] nach etwa zehn Jahren ohne jeglichen Kontakt per Zufall wieder in mein Leben trat und scheinbar genau die Voraussetzungen mit sich bringt, welche ich benötige, um mein Ego komplett zu überwinden, deuten einige Indizien darauf hin, aber lassen wir nun die Spekulationen und schauen wir uns erst einmal an, was nach unserem erneuten Zusammentreffen dieses Jahr (siehe dazu: Schmerzhafte Grenzerfahrung) so geschehen ist:

Schon am Tag nach dem ersten Wiedertreffen verbot Sie mir nebenbei, meinen – in Ihrem Antlitz nun dauererregten – Phallus zu berühren und eröffnete mir kurze Zeit später, dass Sie ihn, falls Sie sich mir annehme, hinter einem Keuschheitskäfig verschliessen will. Da Ihr mein Modell mit den Verschlussplomben nicht gefiel, die Lady will einen Schlüssel, und es für einen dauerhaften Verschluss eh nicht geeignet ist[2], suchte ich mir ein hoffentlich passendes Modell und bestellte dieses auch gleich, wobei mir aufgetragen wurde, es direkt an die Herrin liefern zu lassen. Sie will wohl auf Nummer sicher gehen, nicht dass ich die Gelegenheit nutze, um mir zwischenzeitlich noch einen Schlüsselabdruck zu machen.

Hilfsmittel zur Überwindung des Abyssos

Das Spiel am 02.01. und die darauffolgende Dauererektion führten dazu, dass sich meine Samenleiter wieder einmal etwas entzündeten, was eine ziemlich schmerzhafte Angelegenheit ist und am Sonntag dann dazu führte, dass ich einen ziemlichen Bammel bekam, als mich die Herrin dazu aufforderte, Sie um 16.00 Uhr zu besuchen. Keine guten Voraussetzungen für Spielereien und ich hatte auch keine Ahnung, ob es Sie überhaupt interessiert, dass mich diese unangenehmen Schmerzen quälten.

Als ich um 16.05 schliesslich vor Ihrer Wohnung stand, mir war schon bewusst, dass sich auch fünf Minuten der Verspätung für einen Sklaven nicht ziemen, wartete ich wie angewiesen vor der Türe und beantwortete eine Kurznachricht von Ihr. Nach weiteren zehn Minuten schrieb Sie mir, dass ich nun auch noch zu spät sei und gar nicht mehr kommen müsse, wenn ich nicht schon da sei. Ich antwortete der Dame darauf, dass ich ja da sei, was Sie aber scheinbar nicht zu Kenntnis nahm.

Wagte mich auch nicht zu klingeln oder Sie anzuschreiben, denn die Anweisung besagte klar, ich solle draussen warten, weshalb ich im Endeffekt davon ausging, dass Sie meine Ergebenheit damit testen will. Weitere fünfundvierzig Minuten später, ich rührte mich nicht von der Stelle, ging plötzlich die Türe auf und Milady kam heraus. Bei meinem Anblick war Sie sichtlich erzürnt und musste erst einmal durchatmen, bevor Sie mich etwas widerwillig eintreten liess.

Im Nachhinein glaube ich, dass das Ganze nur ein Missverständnis war, aber nebst dem schien Sie auch sonst noch erbost. In all den Kurznachrichten welche ich Ihr schrieb, vergass ich in der Höflichkeitsanrede ab und an die Grossschreibung, was Sie mich immer korrigieren liess. Trotz mehrmaligen Hinweisen geschah es mir aber gleichwohl immer wieder, was Sie scheinbar auch ziemlich erzürnte. War sehr überrascht, wie persönlich Sie dies nahm und konnte Ihre Frustration darüber anfänglich gar nicht so richtig nachvollziehen, denn bis anhin nahm mir dies noch nie eine Herrin wirklich übel. Das spricht aber im Gegenzug auch für die Dame und Ihre Erziehung, welche meine bisherigen Ladys, sehr zu meinem Bedauern, schliesslich nie so richtig umfassend und durchdringend beherrschten.

Musste mich danach vor Ihr entkleiden und auf den Boden sitzen, wo Sie mir erst einmal Ihre Macht demonstrierte, in dem Sie sich hinter mir in die Hocke setzte und mich sehr fein Ihre Haare und Ihren warmen Körper fühlen liess. Genoss zwar diese überaus feinen und zarten Berührungen, aber mir war auch klar, dass Sie mich jetzt voll und ganz in Ihren Händen hat, respektive ich Ihr ab nun hilflos ausgeliefert war.

Etwas später nahm Sie sich einen Hocker und setzte sich neben mich. Ich wiederum begann nun ziemlich stark zu Schlottern, was zum einen der Nacktheit und der Stunde an der kühlen Luft geschuldet war, aber zum anderen auch von einer gewissen Angst geprägt wurde, was nun folgen soll.

Nach einiger Zeit forderte Sie mich auf, mir einen Satz zu überlegen und diesen auf ein Stück Papier zu schreiben, um für die Vergehen eine gewisse Sühne zu zeigen. Schrieb dann folgendes: «Meine Nachlässigkeit ist unverzeihbar und wenn ich Ihnen auch nur im Ansatz gerecht werden will, muss ich Ihre Anweisungen in Zukunft mit aller Achtsamkeit und voller Konzentration befolgen.»

Als dies geschehen war, fragte Sie mich, wie oft ich das nun schreiben müsse, um etwas daraus zu lernen, worauf ich Ihr spontan mit fünfzig Mal antwortete. Daraufhin entfernte Sie sich kurz und kam mit einem kleinen Tellerchen zurück, auf dem sich eine Rasierklinge, einige Abschminktücher, ein Desinfektionsmittel, ein feiner Pinsel und eine Rasierklinge befand.

Nach dem Sie mir den Platz an der Wand gezeigt hatte, auf welche ich die Strafaufgaben schreiben soll (wieso dachte ich dabei bloss an Bart Simpson), war mir durch die überreichten Utensilien auch ohne Worte sofort klar, wie es geschehen soll. Währendem ich mich nun an die Arbeit machte, zog sich die Dame mit Ihrem Laptop auf Ihr Bett zurück und schenkte mir keine grosse Beachtung mehr.

Wand der SchandeErst versuchte ich mir am linken Daumen etwas Blut abzuzapfen, was jedoch nicht sehr gut funktionierte, dann verlagerte ich mich auf die Oberschenkel, was sich als die bessere Variante herausstellte, aber auch da musste ich aufpassen, dass mir die Lebensessenz nicht vor dem Schreiben gerinnt. Das bedeutete in der Praxis: Schnitt mit der Rasierklinge vornehmen, einige Tropfen Blut auf den kleinen Teller tropfen lassen, einige Worte mit dem Pinsel schreiben und dann wieder einen neuen Schnitt vornehmen etc.

Schon nach der zweiten Wiederholung des Satzes wurde mir ein wenig bange, weil ich plötzlich feststellte, dass es mir nicht einmal gelungen war, den Satz völlig korrekt vom Blatt auf die Wand zu transferieren und als mich die Herrin bei der dritten auch noch darauf aufmerksam machte, dass ich statt ‘Konzentration’ fälschlicherweise ‘Konzentrizität’ hingeschrieben hatte, wollte ich vor Scham einfach nur noch im Boden versinken. Ja, Milady hat mich auf dem falschen Fuss erwischt, ich muss tatsächlich lernen Anweisungen mit weit mehr Achtsamkeit und Konzentration auszuführen!

Ansonsten habe ich die Aufgabe sehr genossen, fand das Schneiden und Schreiben mit Eigenblut, in distanzierter Anwesenheit der Herrin, sehr entspannend, auch wenn mein Körper schon nach kurzer Zeit mit Blut vollgeschmiert war und ich ständig aufpassen musste, dass ich nicht den Boden oder anderes damit verschmutze.

Erinnerte mich während der Arbeit natürlich an die Episode von Aleister Crowley in seiner Abtei Thelema auf Sizilien, in der man eine Zeit lang auch versuchte mit Rasierklingen das Ego zu überwinden. Dort schnitten sich die Bewohner jedes Mal in den Unterarm, wenn sie Ich dachten oder aussprachen, um sich so zu konditionieren. Hätte durchaus auch Lust gehabt, mich tiefer zu schneiden (auf dem nachfolgenden Bild sieht man einige der ungefähr 36 Einschnitte), aber da ich mir schon so nicht sicher bin, wie stark die Schnitte vernarben, wollte ich meinen Körper nicht gleich ganz entstellen.

Irgendwann mussten wir uns dann eingestehen, dass ich an diesem Abend sicher nicht mehr fertig werde und so unterbrachen wir den meditativen Akt, respektive meinen weiteren Fall in den Abyssos nach nur 11 Wiederholungen. Da ich jedoch die Zahl der Magick mag und so noch zauberhafte 39 Wiederholungen anstehen, konnte ich mich mit dem, wenn auch etwas misslungenen Ergebnis ganz gut arrangieren.

Spuren der Zuneigung

Im Anschluss musste ich der Herrin noch einige Vorschläge unterbreiten, wie Sie mich für mein schlechtes Benehmen wirklich bestrafen kann, wobei ich nicht den Eindruck hatte, dass Sie von ihnen tatsächlich beeindruckt war und so sehe ich diesem Akt nun etwas ängstlich entgegen, auch wenn ich gespannt bin, wie die wirkliche Strafe im Endeffekt aussehen wird.

Bevor ich Sie an diesem Abend schliesslich verliess, rauchten wir noch eine Zigarette zusammen und quatschten ein wenig, was mir im Anschluss die Möglichkeit gab, tatsächlich auch gefühlsmässig zu verstehen, weshalb Sie dermassen erzürnt reagierte. Erst jetzt war es mir möglich, zu erkennen, wie tief ich Sie durch meine lockere Haltung in Bezug auf Ihre Anweisungen enttäuschte und erst jetzt konnte ich verstehen, dass Sie mein mangelnder Respekt nicht nur in einer spielerischen Weise, sondern tatsächlich als verletzend betrachtete. Lernte so viel über das Wesen der Dame und es ist mir nun ein tiefes Anliegen, meine Umgangsformen Ihr gegenüber massiv zu verbessern, damit Sie sich nicht mehr so stark über Ihren Sklaven erzürnen muss.

Fühlte am nächsten Tag ständig ein leichtes Brennen der Oberschenkel und schwelgte beim Anblick der Schnitte in süssen Erinnerungen, auch wenn ich mich zwischendurch fragte, wie weit die Dame bei der Entstellung des Körpers wohl gehen wird, wenn unsere Beziehung über eine längere Zeit andauern sollte. Aber egal, als Ihr Eigentum kann es nicht meine Entscheidung sein, wie viele Narben mein Körper davontragen wird.

Abyssos - Abtei Thelema

Tue was du willst, ist das ganze Gesetz.

Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen.

Mitleidlose Liebe.

Eigentlich schon sehr amüsant, befreite mich bereits in den letzten Wochen und Monaten von schier unendlich vielen geistigen Verstrickungen, zerstörte mein Universum in der linken Hand und dachte eigentlich, nun könne man nicht mehr tiefer in den Abyssos fallen, aber der Hüter der Schwelle ist scheinbar nicht dieser Ansicht und will mich wohl der ultimativen Prüfung unterziehen.   

War auch gar nicht auf der Suche nach einer solch extrem geregelten Beziehungskonstellation, konzentrierte mich in letzter Zeit viel mehr auf die Verwirklichung des «OPUS MAGNUM SEXUALIS MINOR» und der Erschaffung des daraus resultierenden Dämons, aber wenn ich nun schon unter solch mysteriösen und eindrücklichen Umständen auf die dunkle Göttin treffe, welche mir das verspricht, wonach ich mich so lange sehnte, sollte ich auch nicht ungeachtet daran vorbeimarschieren. Der Geist den ich rief ist gekommen und so will ich nun ein Jahr lang schauen, ob ich es mit der Dame zusammen schaffe, den Abyssos zu überwinden, bevor ich meinen Fokus wieder öffne.

Die Reise durch einen weiteren Kreis der Hölle kann von mir aus also beginnen und ich erkenne (egal ob Sie mich verbannt oder ich zu viel Angst bekomme, um mich Ihren schmerzhaften Zuwendungen hinzugeben) die Überwindung des Abyssos als gelungen an, wenn ich es schaffe, bis zum 31.12.2020 keinen Orgasmus ohne die Erlaubnis der Herrin zu haben. Ausgenommen hiervon sind natürlich allfällige, manipulative Spielereien der Dame, bei welchen der Phallus physikalisch gereizt wird und so die Übertretung der Grenze provoziert wird.

Hexagram Abyssos

[1] Erkenne darin eine 33, welche ich in meinem sexualmagischen System mit eben diesem dunkel strahlenden Stern assoziiere, wie man dem eingefügten Video entnehmen kann.

[2] Auf die Dauer kommt wegen der starken Umhüllung durch das Plastik zu wenig Luft dazwischen und so bleibt die Haut immer ein wenig feucht, was sie mit der Zeit logischerweise kaputt macht.