Valentin Landmann und die Panzerknacker

Mai 26, 2017 in Gesellschaftskritik

Bin mir nicht mehr ganz sicher, wann mir dieser Charakterkopf zum ersten Mal in den Medien begegnet ist, aber es muss vor knapp zwanzig Jahren gewesen sein. Als Freund des saturnischen Prinzips, war er mir durch seine Vorliebe für Totenköpfe und Chronometer natürlich sofort sympathisch und so las ich – bis auf eine Ausnahme, die ich mir demnächst auch noch besorgen werde – sämtliche seiner Bücher und verfolgte auch intensiv jegliche mediale Berichterstattung, welche mir zu seiner Person in die Hände fiel.

Aus diesem Grund waren meine Erwartungen an die neu erschienene Biographie: «Valentin Landmann und die Panzerknacker» nicht sehr hoch, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Dem Autor ist es gelungen, mir trotz meiner bereits umfangreichen Kenntnisse des öffentlichen Lebens von Herr Valentin Landmann, weitere Facetten dieser überaus spannenden Persönlichkeit zu enthüllen und so las ich das Buch praktisch in einem Atemzug durch.

Er zeichnet darin das Leben eines Menschen nach, der vom zwar hochintelligenten, aber trotzdem überaus staatsgläubigen Aussenseiter, zum Anwalt der Entrechteten mutierte, welcher auch Querdenkern und gesellschaftlich Benachteiligten eine Stimme im System verschafft. Der erfolgreiche Anwalt ist sich dabei nicht zu schade, für seine humanistischen Überzeugungen auch seine Reputation in Kauf zu nehmen, was ihm sehr hoch anzurechnen ist und von einem wahrhaftig edlen Gemüt zeugt. Dieser Mann besitzt definitiv Rückgrat und steht zu seiner Meinung, selbst wenn er sich dadurch oft gegen den Mainstream stellen muss.

Was mich immer wieder verwundert, ist der Umstand, dass er – trotz oder gerade wegen dieser Offenheit und Geradlinigkeit – über jegliche parteipolitischen Grenzen hinweg, gleichwohl ein sehr hohes Ansehen im politischen und juristischen Staatsapparat geniesst. Es ist wahrlich eine hohe Kunst, sich als Advocatus Diaboli zu positionieren, ohne dabei zwischen Stuhl und Bank hinunterzufallen.

Wem würde ich dieses Buch nun empfehlen? Eigentlich allen, welche wissen wollen, was die wahrlich grossen Geister unserer Erde ausmacht, denn an seinem Beispiel kann man überaus gut nachvollziehen, was für Zutaten es dazu benötigt. Zum Vorschein kommt dabei eine Persönlichkeit, welche sich nicht im plakativen Schwarz-Weiss-Denken verliert, sondern über den Tellerrand blickt und sich seine eigene Meinung bildet, sowie ein Mensch, der auch über sich selbst Lachen kann und eine grosse Liebe für das Individuum in seinem Herzen trägt.

Wünsche dem Valentin Landmann auf jeden Fall auch weiterhin viel Erfolg und freue mich schon jetzt darauf, seine weiteren Bücher zu lesen, denn scheinbar lässt er uns schon bald wieder an weiteren, spannenden Erzählungen aus seinem Erfahrungsschatz teilhaben.