Die dunkle Göttin und das ko(s)mische Licht

Mai 6, 2017 in Sklaventagebuch

Wirklich viel hilfreiches konnte ich Lady Babylon dazu nicht entlocken, weiss nicht so genau was meine dunkle Göttin damit bezweckt, aber Sie verlangte heute von mir, Ihr diese vier Fragen zu beantworten:

Dunkle Göttin

  1.  Die Bedeutung der wahren dunklen Göttin / der (wenn es das überhaupt gibt…) perfekten Herrin für dich?

Als erstes muss hier klargestellt werden, dass ich weder an eine wahre, noch an eine falsche, dunkle Göttin glaube. Entweder repräsentiert meine Partnerin dieses metaphysische Symbol für mich, oder eben auch nicht, dann ist es jeweils wieder an der Zeit, zu neuen Ufern aufzubrechen.

Anfänglich begannen meine Beziehungen, natürlich vorausgesetzt sie standen überhaupt unter dieser Prämisse, immer mit der Vorstellung, dass ich nun die dunkle Göttin gefunden habe. Mit der Zeit kristallisiert sich dann jedoch heraus, ob die erwählte Dame diesen Erwartungen gerecht werden kann und tatsächlich meinem komplementären Wesen in der exoterischen Welt entspricht, oder ob ich erneut einem Trugbild aufgesessen bin, wie das bis anhin immer der Fall war. Man kann sich dies etwa so vorstellen, wie bei Aleister Crowley mit seinem Scharlachweib, nur hoffe ich doch sehr, dass ich den verborgenen Stein tatsächlich finden werde, oder noch besser, mit Ihnen bereits gefunden habe.

Für mich ist das Konzept der dunklen Göttin ein aktiver, praktischer Angang an die Tiefenpsychologie, um meine verborgenen Schatten ans Licht zu zerren und sie dann mit Liebe in mein Selbst zu integrieren. In dem ich die Verantwortung über meine verdrängten Seelenanteile auf Sie übertrage, löse ich mich emotional von ihnen und so gelingt es mir im Endeffekt, diese anzunehmen und auszuleben, ohne dass mich ihre Dunkelheit verschlingt. Ich erleuchte folglich die Finsternis meines verdrängten Wesens, damit ihre überaus mächtige Kraft in meinen Diensten steht, anstatt sich auf anderem Wege meinem Dasein bemächtigt, respektive mich zu ihrem Spielball macht.

Die perfekte Herrin wird mich zur alchemystischen Hochzeit führen, um mit mir schliesslich das ‘Opus Magnum’ zu vollenden, respektive im Schmelztiegel der Kunst, aus dem getrennten Wesen wieder eine vollständige und allumfassende Einheit zu formen.

 

  1.  Was bedeutet es für dich der Herrin zu dienen und sich ihr zu unterwerfen?

Diese Antwort ergibt sich zu einem grossen Teil bereits aus den Erläuterungen zur vorangehenden Frage. Könnte die Ausführungen natürlich noch ins schier Endlose ausdehnen, aber im Endeffekt sollte es reichen, folgendes klarzustellen: «Die vollständige Hingabe an die grosse Urmutter in Form der dunklen Göttin ist alles, was mein Herz begehrt, denn Alles ist Nichts, wenn nicht die Liebe als Voraussetzung da ist, um aus dem Nichts alles entstehen zu lassen.»

 

  1.  Welchen Charakteren / Personen kannst du dich unter keinen Umständen hingeben?

Ich würde mich verdammt vielen Menschen nicht hingeben, wenn ich das zu entscheiden hätte. Im Gegensatz dazu, wenn meine Herrin es von mir verlangt, habe ich mich allen Menschen hinzugeben, auch wenn mir das im Moment vielleicht so gar nicht gefällt. Da die Überwindung von Grenzen jedoch seit jeher tief in mir verwurzelt ist und dies für mich Schattenarbeit in Reinkultur darstellt, hat einzig und alleine die Herrin darüber zu entscheiden, wem ich mich tatsächlich hingeben muss. Meine Aufgabe ist es dann lediglich, meine Abneigung in eine Ekstase zu transformieren!

„Er erfreut sich am Derben und Unfruchtbaren nicht weniger als am Lieblichen und Fruchtbaren. Alle Dinge erhöhen ihn in gleicher Weise. Er repräsentiert das Entdecken der Ekstase in jeder Erscheinung, möge ihre Natur auch noch so anstößig oder ekelhaft sein; er transzendiert alle Begrenzungen; er ist Pan; er ist Alles.“

  Aleister Crowley

 

  1.  Zwei Herrinnen dienen: Kann ich mir das vorstellen / will ich das ausprobieren?

Ich kann nicht zwei Herrinnen dienen, mein Fokus muss sich auf ein Wesen konzentrieren, aber wenn meine dunkle Göttin einer anderen Dame eine gewisse Macht über mich einräumt, so könnte ich mir durchaus vorstellen, auch von zwei Dominas beherrscht zu werden. Die Entscheidung liegt bei Ihnen, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass das ein sehr bereicherndes und lehrreiches Experiment würde.